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§ 51 Trennwände, Brandwände

(1) Trennwände müssen feuerbeständig sein

1. zwischen Räumen einer Beherbergungsstätte und Räumen, die nicht zu der Beherbergungsstätte gehören, sowie

2. zwischen Beherbergungsräumen und

a) Gasträumen und

b) Küchen.

Soweit in Beherbergungsstätten die tragenden Wände, Stützen und Decken nur feuerhemmend zu sein brauchen, genügen feuerhemmende Trennwände.

(2) Trennwände zwischen Beherbergungsräumen sowie zwischen Beherbergungsräumen und sonstigen Räumen müssen feuerhemmend sein.

(3) In Trennwänden nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 und nach Absatz 2 sind Öffnungen unzulässig. Öffnungen in Trennwänden nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 müssen feuerhemmende, dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben.

(4) Trennwände sind bis zur Rohdecke, im Dachraum bis unter die Dachhaut zu führen. Werden in Dachräumen Trennwände nur bis zur Rohdecke geführt, ist diese Decke als raumabschließendes Bauteil einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile feuerhemmend herzustellen.

(5) Brandwände müssen auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Anstelle von Brandwänden sind für Beherbergungsstätten mit nicht mehr als zwei oberirdischen Geschossen sowie für Beherbergungsstätten mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen und nicht mehr als 30 Gastbetten hochfeuerhemmende Wände zulässig.

RECHT.NRW.DE :

Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung – SBauVO)

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?bes_id=35784&aufgehoben=N&det_id=549715&anw_nr=2&menu=0&sg=0 

Erläuterungen

des Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

zu § 51 allgemein: Die Trennwandanforderungen wie auch die Anforderungen an die Türen in den Trennwänden dienen der Eindämmung einer Brandausbreitung durch Zellenbildung. Die Abstufung der Feuerwiderstandsanforderungen folgt der Gefährdungssituation.   

zu § 51 Absatz 3: § 51 Absatz 3 Satz 2 überträgt die Anforderungen des § 29 Absatz 5 BauO NRW 2018 auf Beherbergungsstätten. Dies ist erforderlich, da die Anforderungen des § 29 Absatz 5 BauO NRW 2018 nur für Trennwände nach § 29 Absatz 2 BauO NRW 2018 gelten (Trennwände zwischen Nutzungseinheiten), während sie in Beherbergungsstätten auch für Trennwände nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 erforderlich sind.

zu § 51 Absatz 4: Der neue § 51 Absatz 4 überträgt die Anforderungen des § 29 Absatz 4 BauO NRW 2018 auf Beherbergungsstätten. Diese Regelung ist erforderlich, da die Anforderungen des § 29 Absatz 4 BauO NRW 2018 nur für Trennwände nach § 29 Absatz 2 BauO NRW 2018 gelten, während sie in Beherbergungsstätten für alle Trennwände von Beherbergungsstätten erforderlich sind.

zu § 51 Absatz 5: Der neue § 51 Absatz 5 überträgt die Anforderungen des § 30 Absatz 3 BauO NRW 2018 auf Beherbergungsstätten. Dies ist erforderlich, da die Anforderungen des § 30 Absatz 3 BauO NRW 2018 zwischen Gebäuden der Gebäudeklasse 5 (Brandwand), 4 (hochfeuerhemmend unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung) und 1 bis 3 (hochfeuerhemmend) differenzieren, während bei Beherbergungsstätten seit dem Inkrafttreten der Beherbergungsstättenverordnung im Jahr 2002 zwischen (1.) Beherbergungsstätten mit mehr als zwei oberirdischen Geschossen und (2.) Beherbergungsstätten mit nicht mehr als zwei oberirdischen Geschossen differenziert wird (siehe Begründung zu § 50 Absatz 2). 

Das heißt, Brandwände von Beherbergungsstätten müssen grundsätzlich auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, jedoch gilt sowohl für (1.) Beherbergungsstätten mit nicht mehr als zwei oberirdischen Geschossen als auch für (2.) Beherbergungsstätten mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen und nicht mehr als 30 Gastbetten die Erleichterung, dass anstelle von Brandwänden hochfeuerhemmende Wände zulässig sind. 

Erläuterungen zur Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten in Nordrhein-Westfalen (Sonderbauverordnung – SBauVO) erstellt durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und  Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen